Aktuell

Das Programm von heute
01:00 Roamin' Cats
One love, less rules
03:00 Jamaica Feelings
Reggae, Ska, Dub
08:00 A-Z!
Das Informationsmagazin!
10:00 Zwei glorreiche Halunken
Das andere Filmmagazin
12:00 F.R.E.I.stunde
Programm von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche
13:00 The Groove
House, Drum’n’Bass, Breaks, Hip Hop, ...
15:00 Offene Sendefläche
nach § 34 ThürLMG
17:00 Easy Sunday
Easy Listening
19:00 Monatsrückblick
Nachgehört!
21:00 Gesterntag
Das Schlagzeilenpotpourri der Vergangenheit
22:00 Partyzone
Elektronische Tanzmusik in der Samstagnacht auf Radio F.R.E.I.

++ Lokalinfo ++ Lokalinfo ++ Lokalinfo ++ Lokalinfo ++ KW 24

Ein unvergängliches Lächeln in schweren Zeiten ::: „Die bunten Schafe“ - Erfurter Initiative für Kleinfamilien ::: Verantwortlicher für Busbahnhofssanierung gesucht ::: Kita-Plätze können in Zukunft online vergeben werden ::: Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in Erfurt

artikel/Lokalinfo/0_internet_artikel.jpg

Hier runterladen!


Ein unvergängliches Lächeln in schweren Zeiten

Mit großen und strahlenden Augen lacht das kleine Mädchen in die Kamera. Für Außenstehende wirkt es wie das Foto eines gesunden Babys. Denn was man den „Tapferen Knirpsen“ oft nicht direkt ansieht, ist wie viel sie in ihrem Leben schon durchmachen mussten.
Um eine Seite jenseits von Krankenhäusern und Hilflosigkeit zu zeigen, haben sich in ganz Deutschland Fotografen zusammen geschlossen, um den Eltern dieser Kindern einen schönen Tag mit professionellen Fotografien zu schenken. Eine von ihnen ist die Erfurter Fotografin Susann Müller.

Obwohl alle Familien zentral den Fotografen zugeteilt werden, ist das Endprojekt ganz individuell.
Über Facebook nehmen Fotograf und Eltern Kontakt zu einander auf.
Dabei wird darauf geachtet, dass die Wünsche der Eltern möglichst verwirklicht werden können.
So gab es einen Jungen, der schon immer einmal in einem richtigen Feuerwehrauto sitzen wollte. Durch die „Tapferen Knirpse“ wurde dies möglich.
Entstanden sind sie jedoch eher durch einen Zufall. In der Schweiz gibt es schon länger die „Herzensbilder“ Fotografen, die ebenfalls schwerkranke oder behinderte Kinder professionell fotografieren. Eine Familie aus Deutschland brachte mit ihrer Anfrage an sie, die Gründung der „Tapferen Knirpse“ in Deutschland ins Rollen. Trotzdem ist laut Müller die Resonanz bisher verhalten.

„Ich krieg immer wieder zu hören, von Ärzten, bei denen, ich selber in Behandlung bin, da bringe ich das immer mal ins Spiel, dass es kaum jemand kennt oder dass das keiner kennt, vor allem in Erfurt. Und da ich eben von ganz vielen Eltern weiß, die ihr Kind tot zur Welt gebracht haben oder wo das Kind in einer schweren Behandlung steckt, die sich das nicht leisten können, wie auch immer, die froh gewesen wären, hätten sie davon gewusst.“

Seit der Verein „Tapfere Knirpse“ im Jahr 2013 gegründet wurde, steigt die Zahl der engagierten Fotografen stetig. Ziel ist dabei, sensible Momente in einer unbeständigen Zeit festzuhalten. Viele der Kinder haben schwere Krankheiten und wurden bereits mehrfach operiert. Andere haben Behinderungen, die ihr Leben beeinträchtigen. Die Familien müssen viel durchstehen, weshalb oft nicht die Zeit bleibt kurz inne zuhalten und die glücklichen Momente festzuhalten. Hier greift das Projekt ein und bietet schöne Stunden, die anschließend eingerahmt werden können.
Auch Fotografin Susann Müller hat einen persönlichen Bezug zum Thema. Ihre beste Freundin bat sie kurz vor der Entbindung Babybauch Fotos zu machen. Wenige Tage darauf erfuhr Müller, dass das Kind tot zu Welt kam. Ihre Bilder jedoch blieben der Mutter als Erinnerung.
So bewarb sie sich bei den „Tapferen Knirpsen“ und bekam auch umgehend ihren ersten Auftrag.
Bei ihrem zweiten Shooting traf sie auf den krebskranken Frederick. Neben ihm und seiner Familie war auch eine Mutperlen-Kette ein beliebtes Fotomotiv. Diese setzt sich zusammen aus Perlen, die Krebspatienten für jede Behandlung bekommen.

„Und Fredericks Kette war schon extrem lang. Also, oh Gott ich kann gar nicht sagen, wie lang. Aber waren schon unzählige Perlen drauf. Weil die Chemo eben schon seit langer Zeit geht. Ja und dann wollten wir die mit aufs Foto bannen. Und in dem Moment, wo er aufs Trampolin geht und ich ihm die Kette geben will, reißt diese Kette. Und alle Perlen fliegen umher. Und keiner wusste mehr in welcher Reihenfolge die Perlen sein sollten. Und das, muss ich sagen, war für mich ganz ganz schrecklich. Andererseits hatten wir aber Glück. Ich hatte nämlich kurz vorher Fotos von der Kette gemacht und dadurch konnten wir sie wieder rekonstruieren.“

Für die Fotografen ist die Fotografie eine Herzensangelegenheit. Sie arbeiten mit den Familien komplett unentgeltlich. Dabei wird die eigene Ausrüstung benutzt und auch anschließend Zeit investiert, um die Bilder zu bearbeiten. Sie halten für die Eltern eine schöne Erinnerung fest, auch in dem Wissen, dass viele dieser Kinder nicht sehr alt werden.
Dann geraten auch die Fotografen oft an ihre Grenzen.
Besonders bei Sternenkindern. So werden die Kinder bezeichnet, die während oder kurz nach der Geburt sterben. Aber gerade für ihre Eltern sind solche Bilder ein Geschenk, das sich nicht in Geld zu beziffern lässt.

„Ich kann das Kind nicht behandeln, ich kann es nicht heilen, ich kann einfach nur, mit dem was ich da mache, eben versuchen den Eltern Erinnerungen zu schenken. Um sie dann zu haben, wenn es wirklich im ganz schlimmen Fall dazu kommt, dass das Kind es nicht überlebt oder das noch mehr passiert. Dann hat man eben Fotos aus Momenten, in denen es vielleicht nicht so schlimm war oder in denen die Eltern immer sagen können. „Ja, wir hatten hier wirklich eine schöne Zeit und dem Kind gings da gut.““



Anna Lisa Steinmeier /
13.06.2014




artikel/Lokalinfo/0_internet_artikel.jpg

Hier runterladen!


„Die bunten Schafe“ - Erfurter Initiative für Kleinfamilien

Ungefähr ein Fünftel der Thüringer Eltern sind alleinerziehende Mütter und Väter. Diese Daten vom Statistischen Bundesamt verursachten ein soziales Projekt, das von der Erfurter Agentur „Das schwarze Schaf“ ins Leben gerufen wurde. Dieses bietet den Thüringer Kleinfamilien in diesem Sommer eine Möglichkeit, einen kostenlosen Urlaub am Erdsee zu erleben.

Das Projekt heißt „Die bunten Schafe“ und wird von einem Netzwerk Erfurter Unternehmen finanziert. In diesem Jahr wird im Rahmen des Projektes die Initiative „Sommercamp 2014“ veranstaltet. Die Idee ist, den alleinerziehenden Elternteilen eine Woche lang eine spannende Zeit mit ihren Kindern zu schenken. Alle Kosten übernehmen dabei die Veranstalter. Bezahlt werden die Hin- und Rückfahrt zum Erdsee, Übernachtungen im Feriencamp, Essen, tägliches Erlebnis-Programm sowohl ein Taschengeld in Höhe von 50 Euro für jedes Kind. Zum Programm gehören Fahrradtouren, Gitarrenmusik am Lagerfeuer, Angeln, Sportolympiade und vieles mehr. Teilnehmen können alleinerziehende erwerbstätige Eltern aus ganz Thüringen.

Die Agentur „Das schwarze Schaf“, welche das Projekt initiierte, existiert erst seit zwei Jahren. Ihre Inhaber haben aber von Anfang an definiert, dass sie immer etwas soziales tun werden. Im ersten Jahr nach der Gründung hat das Unternehmen eine Kita unterstützt. Als nächster Schritt wurden Alleinerziehende als Zielgruppe für soziale Initiativen ausgewählt. Sven Sauer, Projektleiter bei „Dem schwarzen Schaf“, erklärt, warum:

„Zum einen aus, sage ich mal, eigener Erfahrung, in unserem engsten Netzwerk, wo einfach auch alleinerziehende Elternteile sind, und natürlich im weiteren Feld der Bekannten usw. Und wir haben mal festgestellt, dass die Entscheidung, alleinerziehend und trotzdem aber erwerbstätig zu sein, besonders auch in Thüringen, eine Entscheidung ist, die dadurch geprägt ist, dass man weniger Zeit hat, nicht wirklich mehr Geld dadurch dass man arbeiten geht, und diesen Fakt wollten wir einfach würdigen damit“.

Insgesamt wird der Erlebnisunlaub bis zu 15 Kleinfamilien geschenkt. Bis zum 16. Juni können sie sich mit kreativen Arbeiten zum Thema „Die bunten Schafe“ bewerben. Zum Zeitpunkt des Interviews waren bei den Veranstaltern rund 30 Bewerbungen angekommen. Wer dann mit an den See fahren wird, entscheidet das Los.

Die Agentur plant auch weiter regelmäßig soziale Initiativen zu unterstützen oder selbst ins Leben zu rufen. Ob im nächsten Jahr wieder ein Sommercamp veranstaltet wird, ist noch unklar. Fest steht aber, dass es weitere Aktivitäten im Rahmen des Projektes „Die bunten Schafe“ geben wird.

Weitere Informationen zur Initiative „Sommercamp 2014“ finden Sie unter www.diebuntenschafe.de


Svetlana Khudoteplova /
12.06.2014



artikel/Lokalinfo/0_internet_artikel.jpg

Hier runterladen!


Verantwortlicher für Busbahnhofssanierung gesucht


Um den Erfurter Busbahnhof herum wird es eng. Neben dem innerstädtischen Personennahverkehr halten hier seit der Liberalisierung des Fernverkehrs im Jahr 2013 auch immer mehr Fernbusse. Von derzeit 42 Anfahrten am Tag würde sich die Zahl auf 52 am Tag erhöhen, wenn drei weitere Fernbuslinien in Erfurt genehmigt werden würden. Da es in der Vergangenheit Probleme mit der zu niedrigen Dachkonstruktion des Bahnhofes und zu hohen Fernbussen gab, müssen die Busse derzeit auf Haltestellen an der Kurt-Schumacher-Straße und am Willy-Brandt-Platz ausweichen. Diese sind jedoch nicht als Haltestellen ausgelegt.
Eine Situation, die weder Fernbus-Anbieter noch die Stadt so hinnehmen wollen.
Doch verpflichtet, die Sanierungskosten des Busbahnhofes zu tragen, sehen sich Beide nicht.

Fernbusfahrten sind vor allem für Studenten interessant. Es werden kleine und mittelgroße Städte direkt angefahren sodass hektisches Umsteigen und lange Wartezeiten während der Reise auf den meisten Linien komplett entfallen. Oft ist eine Busfahrt kostengünstiger als das Fernfahrangebot der Bahn. Nur die Einstiegspunkte entsprechen noch nicht den Ansprüchen vieler Kunden. Fahrgäste vermissen eine Überdachung sowie Sitzplätze und Toiletten. Abfahrtzeiten und Ticketschalter fehlen ebenfalls.
Dazu Tilman Wagenknecht vom Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmer, kurz MDO:

„Das ist ein Thema, dass ist nicht erst neu seit heute. Wir haben damals von Anfang an den Kopf darüber geschüttelt, wie man so was planen kann. Wir haben am Erfurter Domplatz auch einen sehr bedeutsamen Thüringer Omnibusbahnhof, im Grunde, nämlich für die Reisebusse. Und dort bestehen auch keinerlei Serviceeinrichtungen und wenn, dann nur in Ansätzen. Das ist also auch ein Punkt, wo ich sage, es ging bislang, man hat sich darauf eingestellt. Aber man könnte das natürlich alles auch viel, viel besser machen.“

Die Anbieter von Omnibusreisen sehen ein Problem darin, sich an den Kosten eines Ausbaues des Bahnhofes zu beteiligen. Sie verweisen darauf, dass sie, durch geringe Gewinnspannen, die Ausgaben für die Sanierung auf ihre Kunden abwälzen müssten. Einen Kompromissvorschlag, die Busbetriebe eine Maut für die Benutzung der Straßen zahlen zu lassen und davon die Bahnhöfe zu sanieren, wird von ihnen in seiner jetzigen Form abgelehnt. Dies würde nicht nur die neuen Fernbusse treffen, sondern auch Schulklassen und andere Reisegruppen, die Busse chartern. Der Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmer verweist zudem auf ein Gutachten. Es besagt, dass die von den Bussen verursachten Schäden an Straßen durch Steuereinnahmen dreifach kompensiert würden.
Herr Wagenknecht vom MDO sieht die Verantwortung beim Bund:

„Es entsteht ein bundesweit bedeutendes Fernbusliniennetz. Das ist also nicht mehr nur die Aufgaben einer einzelnen Kommune oder gar des Bundeslandes. Ich halte es für eine Bundesaufgabe. Den einzelnen Betreibern kann es nicht aufgebürdet werden. Die werden dann, wenn entsprechend Einrichtungen vorhanden sind, natürlich auch Benutzungsgebühren bezahlen. Das wird auch gemacht, aber man kann sie nur dort verlangen, wo der Service auch vorhanden ist.“

Gegenüberstellend verwies Oberbürgermeister Andreas Bausewein in der Antwort auf eine Anfrage des stellvertretenden CDU Vorsitzenden Jörg Kallenbach darauf, dass es derzeit keine Fördermöglichkeiten vom Bund gibt, da die Branche noch jung ist. Für ihn steht aber auch der Bund in der Verantwortung, da dies nicht nur ein lokales Problem in Erfurt sei, sondern viele Städte beträfe. Allerdings gehört der Fernbusbetrieb nicht in die Kategorie der Daseinsvorsorge, wie beispielsweise der ÖPNV. Der Bund könnte auf eine Beteiligung der Busunternehmen bestehen, die wie der Fernverkehr der Deutschen Bahn eigen wirtschaftlich agieren.
Thüringens Nachbarland Sachsen-Anhalt hat deswegen eigene Wege gesucht. Mit Hilfe eines sogenannten Schnittstellenförderungsprogramms sollen auch die Haltestellen für Fernbusse renoviert werden.
Das Thüringer Verkehrsministerium war für eine Stellungnahme dazu nicht zu erreichen.
So wird sich der Streit um Verbindlichkeiten der Finanzierung vermutlich nicht schnell beilegen lassen. Und der Fahrgast? Der bleibt bis auf weiteres im Regen stehen.

Anna Lisa Steinmeier /
11.06.2014





artikel/Lokalinfo/0_internet_artikel.jpg

Hier runterladen!


Kita-Plätze können in Zukunft online vergeben werden


Schon im Jahre 2012 wurde von dem Erfurter Jugendamt eine Einrichtung eines Internet-Portals geplant, durch den die Kita-Plätze online verteilt werden könnten. Das sollte den Prozess der Platzvergabe beschleunigen und erleichtern. Im August 2012 wurden Verfahren getestet, über die die Kita-Platzvergabe in Erfurt funktionieren könnte. Doch bis zum Mai 2014 war von diesem Projekt nichts mehr zu hören. Nun wird erwartet, dass die Einrichtung des Portals Anfang nächsten Jahres erfolgt. Denn im Haushalt für das Jahr 2014 wurden Gelder für eine Software eingeplant, mit der die Onlineplatzvergabe ermöglicht werden soll. In der nächsten Zeit soll nach Angaben vom Jugendamt eine Ausschreibung vorgenommen werden, bei der sich die betroffenen Unternehmen für das Projekt bewerben können. Außer kommunaler Einrichtungen können nach Wunsch auch freie Träger ihre Plätze über das künftige Internet-Portal anbieten und Informationen über das Konzept des Kindergartens vorstellen.

Dass solch eine Webseite entsteht, wo aktuelle Informationen über alle Kitas der Stadt vorhanden sind, ist beschlossene Sache. Doch ob über dieses Portal auch die tatsächliche Platzvergabe erfolgt, ist noch fraglich. Hans Winklmann, Leiter des Jugendamtes, erklärt:

„Sie können auch, rein theoretisch natürlich, sich auch online einen Platz beschaffen, wenn die Leiterin dem zustimmt, aber wir sagen, das sollte nicht erfolgen. Ich denke schon, wenn man ein Kind in einen Kindergarten bringt, dann soll das nicht online erfolgen, sondern hier sollten wirklich die Eltern vor Ort gehen und sich informieren was bedeutet das wirklich. Das ist ja nicht als würde ich mir jetzt beim Schuhe kaufen oder Banküberweisung tätigen, das kann ich sicher online tun. Aber Kind in einem Kindergarten anmelden – hier sollte schon mal ein persönliches Gespräch mit der Leiterin vor Ort stattfinden. Also es wäre technisch möglich, aber es ist aus diesen fachlichen Gründen nicht gewollt."

In erster Linie soll also das Internet-Portal eine Übersicht von der Situation geben: welche Kindergärten gibt es in der Stadt, wann sind ihre Öffnungszeiten, wo und zu welchem Zeitpunkt gibt es freie Plätze. Außerdem wird es auch möglich sein, sich für einen bestimmten Platz vormerken zu lassen. Damit soll den Eltern die Suche nach einem passenden Kindergarten erleichtert werden.

„Der größte Vorteil besteht in einer zentralen Datenbank. Das heißt, alle Anmeldungen, die Eltern vornehmen, die Nachfragen, die Eltern vornehmen, sind in einer zentralen Datenbank gespeichert. Und es passiert nicht was momentan passiert, dass es vor Ort viele Wartelisten gibt, auf diesen Wartelisten stehen dann die Kinder gegebenenfalls auch mehreren Wartelisten, so ist es momentan jedenfalls. Und wir haben kaum einen Überblick, wo wirklich dann ein Platz frei ist und wo kein Platz frei ist. Momentan wie schon gesagt gibt es sehr große Wartelisten, die dann wegfallen könnten. Also das ist der große Vorteil, das ein größerer Überblick besteht für alle beteiligten, ob das jetzt Eltern sind, oder ob das jetzt wir sind oder die Einrichtung selbst.“, so Hans Winklmann, Leiter des Jugendamtes.

Somit wäre es für Eltern nicht mehr nötig, von Einrichtung zu Einrichtung zu gehen und nach freien Plätzen zu suchen. Über eine einheitliche Webseite könnte ein naheliegender und passender Kindergarten schnell gefunden werden.


Svetlana Khudoteplova /
10.06.2014




artikel/Lokalinfo/0_internet_artikel.jpg

Hier runterladen!


Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in Erfurt


Im Jahr 2006 verabschiedete die UNO- Generalversammlung in New York ein Abkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die Behindertenrechtskonvention. 2008 ist sie in Kraft getreten und ein Jahr später ist Deutschland dieser Erklärung beigetreten.
Ziel der Konvention ist, die Rechte und Grundfreiheiten von Menschen mit einer Behinderung, sowie deren Würde zu gewährleisten und zu schützen.

Die Stadt Erfurt möchte diese Ziele auch auf kommunaler Ebene verfolgen, und hat aus diesem Grund einen Aktionsplan aufgestellt. Dieser Aktionsplan soll eine weitere Grundlage sein, eine allumfassende Inklusion in Erfurt zu erreichen.

Zur Stadtratssitzung im Mai waren sich alle Fraktionen einig- Der Aktionsplan ist ein bedeutender Schritt zur Inklusion. Ein Zitat von Wolfgang Zweigler, Kommunalbeauftragter für Menschen mit Behinderungen, besagt: „Behindert sein ist letztlich nichts anderes als ein Ausdruck der Vielfalt des menschlichen Lebens. Ursachen für Behinderungen im persönlichen und gesellschaftlichen Leben sind demnach nicht individuelle Eigenschaften, (die dem Einzelnen nicht als Defizit zu zuschreiben sind), sondern Probleme bei der Interaktion meist zwischen Individuum und Gesellschaft.“
Ludger Kannengießer vom Bündnis 90/ Die Grüne ist deshalb der Meinung, dass die Vielfalt des menschlichen Lebens eine Vielzahl an unterschiedlichen Unterstützungsangeboten benötigt:

„Und dazu gehört auch, dass Kapazitäten von Förderzentren oder stationären Einrichtungen, nur in dem Maße reduziert werden dürfen, wie mit der Umsetzung des Maßnahmeplans und mit Einzelunterstützung auch real vorangekommen wird. Eine vermeintliche Inklusion ohne die Rahmenbedingung für gezielte Unterstützung und Förderung wäre in der Realität eine Exklusion, eine Ausgliederung, und das ist nicht gewollt. Deshalb gehören für mich auf dem weg zu einer gelungenen Inklusion auf längere Sicht auch Förderzentren, Werkstätten für behinderte Menschen und stationäre Einrichtungen mit dazu.“

Karola Stange von der Linken lobte die getane Arbeit aller Mitwirkenden am Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention sehr, denn wie sie sagt, war das Thema lange Zeit nur ein sozialpolitisches, während sich jetzt der gemeinsame Stadtrat damit auseinandergesetzt hat. Doch äußerte sie auch einen Kritikpunkt am Aktionsplan:

„Die Finanzen haben wir nicht geschafft. Das ist der größte Kritikpunkt an dem Plan, dass er ohne finanzielle Untersetzung ist und dass er ohne terminliche Untersetzung von ein paar Vorlagen in ein paar Forderungen ist. Das ist eine Aufgabe die ein neuer Stadtrat ab dem Sommer diesen Jahres sich vorzunehmen hat.“

Zudem äußerte Karola Stange noch andere kleinere aber dennoch bedeutende Maßnahmen die sich der Stadtrat vornehmen sollte. Die Seniorenbeauftrage für Inklusion in Erfurt bräuchte ein neues Büro, dass für Behinderte leicht zu erreichen ist, und nicht mehr wie bisher unter dem Dach. Außerdem äußerte sie den Wunsch, sich dafür einzusetzen, dass Blinde und Sehbehinderte eine Zeit in der Woche haben sollten, in der sie die Bäder in Erfurt ungestört nutzen können. Auch die Grünen äußerten einen Änderungsantrag am Aktionsplan, organisatorische Abläufe, beispielsweise die Antragstellung sollten für Menschen in schwierigen Lebenslagen vereinfacht werden. Dieser Ergänzung und dem Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in Erfurt stimmten alle Fraktionen des Erfurter Stadtrats einstimmig zu.


Lea Rieger /
09.06.2014








Die Lokalinfos der Vergangenheit können in unserem Archiv nachgelesen werden


Weitere Lokalnachrichten aus Erfurt auf

Lokalnachrichtenredaktion
09.06.2014

Kommentare

Zu diesem Artikel sind keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen


Optional, wird nicht veröffentlicht.