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Lokalnachrichten - 20. August 2008
Weniger Kriminalität, mehr Polizei::: Weitere Verzögerungen beim Hirschgartenprojekt::: Gefährliche Himmelskörper über der Stadt Erfurt::: Kindermedienpreis geht in heiße Phase:::
Weniger Kriminalität, mehr Polizei
Das Innenministerium hat eine Aufstockung des Personal-bestandes im mittleren und höheren Polizeidienst beschlossen. „Zum Herbst werden insgesamt 160 Beamte oder Anwärter eingestellt. Das sind 40 mehr als in den vorausgegangenen Jahren, 40 mehr als geplant.“, bestätigt der Pressesprecher des Innenministeriums Bernd Edelmann.
Diese Maßnahme kommt relativ unerwartet, denn einerseits sah die Strukturreform der Thüringer Polizei „OPTOPOL“ eine Personalreduzierung vor und andererseits, ist die Kriminalitätsentwicklung in Thüringen seit Jahren rückläufig.
Die vom ehemaligen Innenminister Karl Heinz Gasser initiierte Strukturreform war von Beginn an umstritten. Nicht nur die Polizeigewerkschaften leisteten Widerstand gegen die Rationalisierungsmaßnahmen, sondern auch parteiintern stand der CDU-Minister in der Kritik. Nach Gassers Ablösung durch Manfred Scherer im April dieses Jahres, wurde die Projektgruppe OPTOPOL aufgelöst und die Reform auf Eis gelegt. Der neue Innenminister setzte eine Neuausrichtung der OPTOPOL Zielsetzung durch, die vordergründig eine Stärkung der Basisdienstellen anstrebt bevor eine Reduzierung der Polizeidirektionen vorgenommen wird. Zu den Gründen der Maßnahme sagt Edelmann: „Die Absicht insgesamt mehr Polizisten in die Polizeiinspektionen zu bringen, an die Basis der Inspektionen, das ist letztendlich, sowohl der Notwendigkeit geschuldet die altersbedingten Abgänge auszugleichen, aber auch geschuldet der politischen Absicht dem Bürger mehr Polizeipräsenz bieten zu wollen.“
Einen Zusammenhang zwischen den aktuellen Maßnahmen und der Landtagswahl 2009 bestreitet Edelmann. Kritiker bezweifeln das allerdings. Denn die politisch geschwächte CDU-Landesregierung kann Vorschusslorbeeren für den Wahlkampf im nächsten Jahr gut gebrauchen. Dem subjektiven Sicherheitsbedürfnis der Wählerinnen und Wähler nachzukommen, selbst wenn keine objektive Notwendigkeit besteht, kann mit Blick auf 2009 sicher nicht schaden. (DavidVollrath)
Weitere Verzögerungen beim Hirschgartenprojekt
Öffentliche Ausschreibungen zur Realisierung der Neugestaltung des Hirschgartens sind noch nicht erfolgt. Durch diese zeitliche Verschiebung könnte es zur Verzögerung des gesamten Projektes kommen, da gesetzlich vorgeschriebene Ausschreibungsfristen eingehalten werden müssen.
Somit ist es zu bezweifeln, dass der geplante Termin zur Fertigstellung des Hirschgartenprojektes, im Mai 2009 eingehalten werden kann. Ursprünglich wollte der Oberbürgermeister Andreas Bausewein den Bürgerpark noch vor den Kommunalwahlen im Juni 2009 prestigeträchtig und öffentlichkeitswirksam einweihen. Ob dieses Vorhaben auch erfüllt werden kann, wenn die Ausschreibung erst in ein paar Tagen anläuft, ist unklar. (StefanieBöhme)
Gefährliche Himmelskörper über der Stadt Erfurt
Bei der gestrigen Pressekonferenz im Rathaus wurde über drei wichtige Themen informiert. Die Stadtverwaltung warnte vor so genannten Skyballons, sprach über die Ausstellung "Das Helle und das Dunkle" und die Herausgabe des neuen Buches "Das Stadtarchiv Erfurt – Seine Geschichte, seine Bestände".
Auch über Erfurt sind gelegentlich brennende Ballons zu beobachten.
Grundsätzlich gibt's ja diese Skyballons oder Kong Mings-Himmelslaternen oder wie sie auch immer heißen seit ungefähr eins zwei Jahren hier in unserem europäischen Raum und wir sind immer besorgt, was da passieren kann.
erklärte Dietrich Hagemann, Beigeordneter für Bürgerservice und Sicherheit. Vor allem zu Feierlichkeiten erfreuen sich solche Himmelslaternen großer Beliebtheit, weiß Hagemann. Dabei werden die Gefahren unterschätzt, denn sogar bei einer Windgeschwindigkeit von 20 km/h kann der Ballon nach wenigen Minuten drei Kilometer weggetrieben werden und so zur Gefahrenquelle werden, erklärte Rainer Adlung vom Amt für Brandschutz. Es sei also Vorsicht geboten im Umgang mit den Himmelskörpern.
Das zweite Thema der Pressekonferenz war die neue Ausstellung "Das Helle und das Dunkle in der Konkreten Kunst", die am Donnerstag den 21. August um 18 Uhr in der Peterskirche Erfurt auf dem Petersberg ihre Pforten öffnet. Die modernen Kunstwerke werden bis zum 19. Oktober jeweils Mittwoch bis Sonntag von 10–18 Uhr zu sehen sein. Die Ausstellung "Das Helle und das Dunkle" findet im Rahmen des 15. Kolloquiums des Forums für Konkrete Kunst Erfurt statt und lädt Interessierte zur Diskussion im Tagungszentrum des Augustinerklosters Erfurt ein. Näheres unter forum-konkrete-kunst-erfurt.de
"Das Stadtarchiv Erfurt – Seine Geschichte, seine Bestände" heißt zudem das neue Buch des Erfurter Stadtarchivs. Das Buch gibt einen kurzen Abriss über die Geschichte Erfurts, beinhaltet die Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte der Stadt, die Geschichte des Stadtarchivs und eine Bestandsübersicht, sagte Rudolf Benl, Leiter des Stadtarchivs Erfurt. Das Werk ist im Handel erhältlich.(KristinTeppert)
Kindermedienpreis geht in heiße Phase
In zehn Tagen endet die Bewerbungsfrist für den Kindermedienpreis der Thüringer Landesmedienanstalt. Bei der Auszeichnung handelt es sich um die Weiterentwicklung des Medienpädagogischen Preises. Dieser wird seit elf Jahren von der Landesmedienanstalt verliehen und wurde dieses Jahr unter neuem Namen ausgeschrieben. Mit der Namensänderung gehen Veränderungen im Konzept einher. Jochen Fasco, Direktor der Landesmedienanstalt, äußerte sich zum neuen Konzept:"Wir haben uns für diesmal überlegt, dass wir diesen Preis umwidmen, erweitern und ihn als Kindermedienpreis, denke ich, noch bekannter machen können."
Erstmals wird der Preis in zwei Sparten vergeben. Zum einen soll das beste Medienprojekt in drei Altersklassen ausgezeichnet werden. Zusätzlich wird das beste Medienprodukt altersübergreifend gewürdigt. "Das soll auf der einen Seite - das ist die eine Säule des Preises - diejenigen die so etwas anbieten, die Schule zum Beispiel oder die Jugendeinrichtung dann auch schmücken können. Die sollen sagen können, wir haben ganz tolle medienpädagogische Projekte gemacht. Und auf der anderen Seite - das ist dann die zweite Säule - das ist dann für die Kinder selbst."
In der Sparte "Bestes Medienprojekt" werden Initiativen zur Medienerziehung und die Entwicklung und Durchführung medienpädagogischer Projekte prämiert. Der Preis für das "Beste Medienprodukt" wird an Medienproduktionen von Kindern vergeben, die in Eigeninitiative verwirklicht wurden. Diese können aus den Kategorien Print, Radio, Film und Fernsehen und Multimedia/Online stammen.
Neben den Preisgeldern, die in jeder Kategorie verliehen werden, wird es für die Gewinner die Möglichkeit geben, hinter die Kulissen von Erfurter Medieninstitutionen zu schauen.
Wer sich für den Kindermedienpreis bewerben möchte, hat noch bis zum 30. August Zeit. Nähere Informationen und Anmeldeformulare können unter kindermedienpreis.de abgerufen werden.
Die Preisverleihung findet im Dezember in der Thüringer Landesmedienanstalt in Erfurt statt. (JuliaHoffmann)
Lokalnachrichtenredaktion
20.08.2008
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