Am 29. Januar 2026 ist Josh gestorben - plötzlich, unerwartet.
Josh war ein langjähriger Mitstreiter und engagierter Radiologe und sein unvermutetes und abruptes Verschwinden hinterlässt eine schmerzhafte Lücke.

Josh war ein Energiebündel und konnte allein durch seine wuselige Präsenz atemlos machen. Mit ihm war immer alles hastig, aufgeregt und aufregend. Bei ihm war irgendwie immer Druck dahinter und er ist gefühlt stets „all in“ gegangen. Sei es bei Diskussionen um wichtige Themen oder beim Dienst an der Bar.
Er war überall dabei: Bei internationalen Austauschprojekten oder Sondersendewochen - von Stotternheim bis Tbilissi. Er hat Veranstaltungen organisiert, Sendungen moderiert, hat die Studiotechnik betreut und sich um die Programm-Playlist gekümmert. – Josh hat bei so vielem seine Spuren hinterlassen.
Klar war Josh auch manchmal anstrengend: sein häufiges Zuspätkommen, sein ständiges Rauchen und sein „in den Bart Genuschel“. Er konnte scharfzüngig, genervt, abweisend, unwillig und stur sein aber er war ebenso freundlich, offen, blickig und hilfsbereit. Mal war es mit ihm schwierig, mal amüsant, mal schräg, aber irgendwie immer echt und lebendig. So war Josh.
Man konnte stundenlang mit ihm reden – über die große Weltpolitik oder den neuesten Radioklatsch. Josh besaß eine unglaublich große Allgemeinbildung und kannte sich in so vielen Bereichen aus.
Er kannte unzählige skurrile Geschichten und Anekdoten und gab die auf seine ganz eigene, unnachahmliche Art zum Besten.
Was bleibt, sind gemeinsame Erlebnisse und Geschichten, die wir regelmäßig erinnern und erzählen werden.
Er fehlt.
Gestern
Lieber Josh,
die Nachricht von deinem Tod hat mich tief getroffen. Zwar kannten wir uns “nur” aus dem Radio, aber hier habe ich dich immer als einen zuverlässigen, witzigen und freundlichen Menschen erlebt und dich dafür sehr geschätzt. Ich danke dir für dein großes Engagement bei gemeinsamen Sendungen und Veranstaltungen. Du warst einer dieser Menschen, die Radio F.R.E.I. zu einem ganz besonderen Ort machen.
Ruhe in Frieden, dein Andreas
Andreas Kehrer - 09.02., 17:57
Danke lieber Josh. Ruhe Jetzt. https://youtu.be/Wc5zjywjJFM?si=NCfWt5wE7ABMbZRI&t=3334
Carsten - 09.02., 19:39
Josh war mein Freund seit fast 30 Jahren. Wir haben wilde und ruhigere Zeiten gemeinsam erlebt. Er hat meine Feierzeit, meinen beruflichen Weg, meine Familienzeit, die Geburt meiner Kinder begleitet und ein Tränchen im Knopfloch gehabt, nicht nur als mein erster Sohn „Edo Max 2000“ geboren wurde (Joshs Namensschöpfung).
Wir waren zusammen auf Fortbildungen, im Urlaub, auf hunderten Partys und waren selbst ein Dreamteam als Barkeeper:innen und Veranstalter:innen. Wir haben nicht nur im Radio vieles gemeinsam auf die Beine gestellt - immer mit ein bisschen Hektik, Aufregung und trotzdem mit viel Spaß und Erfolg am Ende.
Josh hat mich mit seinem zu Spätkommen und seinem ständigen Rauchen und „in seinen Bart nuscheln“ genervt. Und trotz all der Ticks hatten wir uns lieb und waren eng vertraut. Josh war ein echter Freund, der immer ein offenes Ohr und immer einen Ratschlag oder einen Lacher parat hatte.
Ich habe Josh bewundert für seine Konsequenz und Hingabe, als er 2015 seinen Freund aus Griechenland herausgeholt und bis zum letzten Tag alles getan hat, dass der Freund in Deutschland bleiben kann und konnte.
Ich habe tausendmal gesagt, er soll sich um seine Fitness kümmern, weniger rauchen und sich mehr bewegen… umsonst!
Dass er jetzt einfach weg ist, kann ich noch gar nicht glauben und gar nicht realisieren.
Es muss wohl so sein - Ein Hoch auf dich - Josh – du fehlst jetzt schon!!!
Kerstin - 09.02., 20:31
Ich habe es erst heute Abend erfahren über unseren guten Josh, ich bin sehr traurig und bestürzt.
Partyzone & Schlafstörung
Das waren schöne Nächte besonders mit Josh,denn ohne Josh ging garnichts.
Er war immer der erste der kam und zum Schluß der Sendung sagte er: hey Ron, kannst gehen ich mach den Rest hier.
Ach manno, lieber Josh: ich denk an dich, lebe wohl, Ruhe in Frieden und trinke ein Vodka auf uns hier unten.
Es ruft nach einer Partyzone/Schlafstörung!
Eine ganze Nacht für dich mit coolen Dj s by radio frei.
Ciao mein Freund & Helfer
Im Namen aller Angehörigen
Ron Silver & Dr. Bongo
Erfurt, im Februar 2026
ronsilver@web.de - 09.02., 20:55
Lieber Josh,
ich bin sehr traurig, die Tränen laufen mir übers Gesicht.
Ich hatte dich zu deinen Radioanfängen kennenlernen dürfen, die zugleich auch meine ersten Schritte bei Radio F.R.E.I. waren, im Sommer 2004. Ich hatte Praktikum gemacht und du warst - durchaus noch ruhiger und beobachtend, aber bereits sehr aktiv - im Musikarchiv, dem "mittleren" Büro in der Gotthardtstraße, zugange. Auch wenn wir nie wirklich intensiv miteinander "Projekte" gemacht haben, war unser Miteinander stets zugeneigt und sehr herzlich. Über dein sprudelndes Wesen übersah man leicht deinen genauen Blick, dem eigentlich keine Nuance entging und deine sanfte Weisheit, die du durch dein fröhliches Umherschwirren gern versteckt hast vielleicht?! Du hattest immer das Wohl anderer im Sinne, so zumindest schien es mir. Bei unserem vermutlich letzten schriftlichen Austausch sendete ich dir Küsse - jetzt wünsche ich dir eine gute Reise. Und allen, die dich kannten trotz der großen Traurigkeit und Lücke, die nun entstanden sind, die Freude darüber, dich kennen zu dürfen. Die Erinnerungen an dich werden bleiben!
Aileen - 09.02., 22:22
Als ich Josh kennenlernte, war er wenige Jahre jünger als ich es jetzt bin. Das Radio war der verbindende Ort und dort begann unsere Freundschaft, die über 20 Jahre bestand und sich nun durch Joshs unvermutetes und plötzliches Verschwinden in eine schmerzhafte Lücke verwandelt. Was bleibt, sind die Erlebnisse und Geschichten, die immer wieder erinnert und erzählt werden.
Wie viele Stunden verbrachten wir im Radio – plaudernd, lachend und rauchend auf dem schwarzen Ledersofa. Im Studio beim Gestalten der Partyzone oder hinter der Bar bei Veranstaltungen. Zusammen mit Kerstin waren wir ein unschlagbares Team, das auch bei den jährlichen Running Dinners seine Kochkünste unter Beweis stellte.
Gemeinsam gingen wir auf Technoparties und fuhren alljährlich auf das Melt!-Festival, wo wir angelehnt an Hunter S. Thompsons Gonzo-Stil hingebungsvoll unserem journalistischen Auftrag nachgingen. Unvergessen sind die Morgenstunden des Sonntags, die wir lachend auf dem Sleepless-Floor verbrachten und die Ausfallerscheinungen einiger Festivalgäste beobachteten. Josh prägte hier den Begriff der „Rummi-Meisterschaften“.
Auch als ich Erfurt und später Deutschland den Rücken kehrte, waren wir beständig in Kontakt. Mehrmals kam er nach Georgien, um bei den Radioaustauschprojekten, die ich mit Uli organisierte, als Teamer dabei zu sein. Begeistert war Josh von der georgischen Küche, den „Polaroid-Sonnenbrillen“ auf dem Basar und als Freund starker Getränke schätzte er auch den georgischen Schnaps Chacha sehr. In den internationalen Gruppen, die zumeist aus jungen Leuten bestanden, war Josh trotz des Altersunterschieds ein geschätzter Teilnehmer, der hervorragend zur positiven Gruppendynamik beitrug.
Wenn ihm jemand unangenehm war, konnte er ebenso scharfzüngig, genervt, abweisend, unwillig und stur sein. Aber für eine Person oder eine Sache, die ihm wichtig war, hätte er alles getan. Und hat er getan! Sein Engagement kann schon fast als aufopfernd bezeichnet werden. Auch im Radio war er überall dabei: Playlists erstellen, Veranstaltungen organisieren, Sendungen moderieren, das Bar Management, Technik betreuen – Josh hat bei so vielem seinen Abdruck hinterlassen.
Zuletzt bei der Volkssolidarität, wo er alle großen Feste organisierte. Und „groß“ mussten sie sein: das „Große Sommerfest der Volkssolidarität“, „Das Große Weihnachtsfest“,...was uns oft zum Lachen brachte. Zuletzt organisierte er „das große Weihnachts-Quiz“, das auch bei der Radiofeier im Dezember Teil des Abends war.
Wann immer ich nach Deutschland und Erfurt kam, war klar, dass wir uns treffen müssen. Auch in seiner gemütlichen Schmuddelbude besuchte ich ihn oft, wo wir stundenlang reden konnten – über die große Weltpolitik oder den neuesten Radioklatsch. Josh besaß eine unglaublich große Allgemeinbildung und kannte sich in so vielen Bereichen aus.
Seine Art und Weise und sein Humor sind aber wohl am einprägsamsten gewesen. Wie schön er Anekdoten erzählte! Und viele seiner Aussprüche und Wendungen werden mir immer in den Ohren klingen: „Behalten Sie mal ihren Gedanken“, „Ich muss noch einholen gehen“, „Verdammt, Verdammt, Verdammt“, „Ulle…“, „Oh Kerstin weißte…“, „Ich hab da mal was vorbereitet“, „Damit man was zum Anbieten hat“, „Freilisch“…
Wenn er mal tanzte, dann wie ein vergnügter Tanzbär. Mit Dreiviertelhosen, die bis in den Spätherbst getragen wurden. In der Handtasche seine schwarze Mars-Metalldose mit den Filtern für die Selbstgedrehten.
Ich versuche mich mit den guten Erinnerungen zu trösten. Und ich hoffe, dass ich Josh ein ebenso guter Freund war, wie er mir! Ich danke Dir, lieber Josh, für alles!
Felix - 09.02., 22:47
Wenn ich jetzt an Josh denke, steigen mir die Tränen in die Augen. In den vergangenen Jahren mit ihm musste ich auch hin und wieder weinen – allerdings vor Lachen. Josh hatte unzählige skurrile Geschichten zu erzählen.
Bei manchen war ich dabei, etwa bei unseren gemeinsamen Radioerlebnissen von Stotternheim bis Tbilissi. Andere kenne ich aus Anekdoten, die Josh auf seine ganz eigene Art zum Besten gab. Meist viel zu hektisch, mit sich überschlagenden Worten und lebendigen Ausschmückungen. Zum Beispiel vom verregneten Zelturlaub an der Ostsee oder von der abenteuerlichen Busreise in ein griechisches Flüchtlingscamp. Dort hat Josh Menschen geholfen, sie mit Essen und Kleidung versorgt und in eindrücklichen Radiointerviews über die Zustände in den Lagern berichtet. Bei einer dieser Hilfsaktionen begegnete er einem Menschen, für den das Wort „Freund“ kaum ausreicht, um zu beschreiben, wie wichtig sie einander von da an waren.
So war Josh. Er ist irgendwie stets „all in“ gegangen, hat mit lautem Poltern den Raum betreten, sich über die kleinen und großen Ungerechtigkeiten dieser Welt aufgeregt und es trotzdem geschafft, mich und andere zum Lachen zu bringen. Ich vermisse ihn. Mit einer Träne im Auge.
uli - Gestern, 00:00
Josh war ein Mensch, den ich stets sehr gern um mich hatte. So wie zuletzt auf der Weihnachtsfeier, als er mit seinem legendären Wurstsalat erschien (in zweifacher Ausfertigung mit und ohne totem Tier). Dort sang er auch noch einmal seine Erfolgsnummer - David Bowies “Space Oddity”. Und obwohl es letztlich nur ein Karaoke-Auftritt war, gab Josh diesen Song mit einer Ernsthaftigkeit wieder, dass er mich berührte. Ich vermisse Josh, seine angenehme Art mit Menschen umzugehen, das Verschmitzte in seinem wirklich ausdrucksstarken Gesicht und seine klare Haltung zu politischen Dingen und anderen Lebensfragen.
Reinhard - Gestern, 07:42
Josh und ich waren Freunde, auch wenn wir das nie so klar ausgesprochen haben. Über viele Jahre waren wir das Nacht-Team im Radio. Er unterm Dach, ich im Studio C. Wir trafen uns dann immer auf der Freifläche und erzählten uns (unsere) Geschichten bzw. werteten den neuesten Radio–Gossip aus. Meistens kippte das Ganze ins Absurde und wir kamen aus dem Lachen nicht mehr raus. Manchmal waren die Themen aber auch sehr ernst. Wir kämpften gegen ähnliche Dämonen. Leider habe ich ihm nie gesagt, wie viele Male er mich gerettet hat. Josh dachte gefühlt immer zu sehr an andere und viel zu wenig an sich. Ich hätte es mir oftmals anders gewünscht. Er war ein Energiebündel und konnte mich allein durch seine wuselige Präsenz atemlos machen. Momentan lese ich mich durch 12 Jahre Messenger/WhatsApp Nachrichten. Es schmerzt, aber das Lachen dominiert. Dazu höre ich viel "Schlunz 'n' Schranz”. Unsere erfundene Musikrichtung, die allerdings jedem selbst überlässt, was er darunter verstehen möchte. Wir werden uns niemals wiedersehen. Das ist bitter, macht die vielen gemeinsamen Jahre aber umso wertvoller. Ich bin unglaublich froh, dass sich unsere Wege gekreuzt haben. Der nun viel zu frühe und plötzliche Abschied tut unglaublich weh. Ich dachte, wir hätten noch genügend Zeit für mindestens 1000 Lacher mehr. PS: Aus unseren Chatverläufen >>>
"So Gott will, wird die Sendung auch laufen, so dass ich eines Tages, wenn ich mich darnieder lege sagen kann: Ich stand zwar nicht in der ersten Reihe und auch nicht gleich in der zweiten, aber ich tat was ich konnte aus dem Hintergrund und es war ok.”
Josh, 12.09.2023
ribi - Gestern, 08:44