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Keine Kunst für Nazis - Wie soll das gehen?

"Um ein deutliches Zeichen gegen verfassungswidrige Organisationen und Personen zu setzen und mit dem Kunsthaus als institutionell geförderte Einrichtung der Kulturdirektion Solidarität zu zeigen, sei es sinnvoll, einen Einlassvorbehalt in die Hausordnung der Erfurter Museen und Kultureinrichtungen aufzunehmen."

So heißt es in einer Pressemitteilung der Kulturdirektion Erfurt. Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der rechten Szene zuzuordnen sind, soll der Zutritt zu städtischen Kultureinrichtungen und Kulturveranstaltungen verwehrt bleiben.
Doch wer setzt dieses Verbot durch? Nach welchen Kriterien entscheiden die Mitarbeiter, wer zum unerwünschten Personenkreis gehört. Darüber sprach Radio F.R.E.I. mit dem Erfurter Kulturdirektor Tobias Knoblich.

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Pressemitteilung der Stadtverwaltung auf erfurt.de

Vormittags im Programm
07.08.2012

Kommentare

  1. Da werden sich die Nazis aber ärgern, dass sie nicht mehr ins Museum dürfen. Oder soll das Krämerbrückenfest demnächst eingezäunt werden?

    Da wären doch "kein-Freibad-kein-Kindergartenplatz-keine-KoWo-Wohnung" als städtische Maßnahme viel effektiver. Vielleicht finden sich ja auch noch ein paar Supermärkte, die den Nazis kein Bier mehr verkaufen.

    petzibär - 07.08.2012, 12:28

  2. Die NPD schreibt in einer Pressemitteilung: "Im Anschluß an die Kundgebung in Erfurt besuchte der NPD-Landesvorsitzende Patrick Wieschke und einige weitere Funktionäre noch ein Erfurter Museum, um auch somit ein Zeichen gegen die antidemokratische Ausgrenzungspolitik der Erfurter Stadtverwaltung zu setzen. Diese hatte vor einigen Tagen bekannt gegeben, daß bekannten nationalen Politikern zukünftig der Zutritt zu Erfurter Museen verwehrt werden soll. In naher Zukunft ist daher auch ein von der Thüringer NPD initiierter „Nationaler Museumstag“ in Erfurt geplant, zu dem nationale und patriotische Politiker aus Thüringen die Museumslandschaft der Landeshauptstadt erkunden werden."

    johannes - 07.08.2012, 14:06

  3. Ausschlussregelungen gegen Rechtsextremisten sind im Einzelfall sinnvoll, um bestimmte Referenten oder Teilnehmer einer Veranstaltung zu schützen. Ihre Durchsetzung erfordert szenekundige Veranstaltungsleiter, die die regionalen Neonazi-Akteure kennen. Kann man das von dem Aufsichtspersonal Erfurter Museen erwarten? Die geplante Regelung ist vor allem eins: Symbolpolitik, die Aktivität vortäuscht, aber keine Wirkungen entfaltet. Wichtig wäre doch vor allem eine Diskussion, welche Potentiale Kunst und Kultur in der Auseinandersetzung mit der extremen Rechten bieten und wie eine aktuelle "Ästhetik des Widerstands" (um den Titel eines großen Buchs von Peter Weiss zu zitieren) aussehen kann. Hat das kulturell und ästhetisch Sperrige (und nur eine solche Kunst entfaltet m.E. auch eine politische Wirkung) in unserer Stadt einen Platz? Man darf gespannt sein, ob kulturelle Projekte in dem Lokalen Aktionsplan überhaupt eine Rolle spielen werden.

    Peter Reif-Spirek - 07.08.2012, 19:29

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